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Wuhdener Heimatverein e. V. Wuhden · Gemeinde Podelzig
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Geschichte Mundart

Wuhdener Platt

Kapitel Wuhdener Platt

Bis um 1900 wurde in Wuhden Platt gesprochen — die niederdeutsch-mitteldeutsche Mischmundart des Kreises Lebus. Ein paar ihrer Wörter kamen mit den niederländischen Siedlern des 13. Jahrhunderts ins Dorf und blieben dort siebenhundert Jahre, bis das Berlinische sie verdrängte.

Oben: Wuhden im August 2001, aus der Vereinschronik.

Zehn Wörter

Ein Wort antippen — auf der Rückseite steht, was es bedeutet.

Acht Kinderlieder und Kinderreime

Einen Reim antippen — die Übertragung ins Hochdeutsche erscheint daneben.

Ru, ru, Rinnchen [Reimwort zu „Hinnekin“, ohne eigenen Sinn]
Der Fuchs, der frisst das Hühnchen.
Er frisst es nicht alleine,
unser Gottlieb kriegt die Beine.
Hulder die butz [Lautfolge wie „hoppe hoppe“, ohne Wortsinn] zur Mühle,
Peter reitet auf dem Fohlen,
Fritze auf der bunten Kuh,
reiten sie beide zur Mühle hin.
Bauer, bind den Pudel an,
dass er mich nicht beißen kann.
Beißt er mich, dann strafe ich dich,
hundert Taler kostet es dich.
Hurra, hurra, beck [wohl der Bäcker],
der Schneider liegt im Dreck,
eins, zwei, drei,
der Schuster liegt dabei.
Storch, Storch, du Langbein, stößt sich an dem Dammstein,
hat die roten Strümpfe an und läuft wie so ein Edelmann.
Storch, Storch, du Luder, bring mir einen kleinen Bruder.
Storch, Storch, du Bester, bring mir eine kleine Schwester.
Storch, Storch, du Langbein, unsere Mutter will keins.
Schlaf, Kindchen, schlaf, im Garten sind zwei Schafe,
ein schwarzes und ein weißes, und wenn das Kind nicht schlafen will,
so kommt das schwarze und beißt es.
Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh?
Das sind die Hielegänse [im bekannten Wiegenlied die Gänschen], die haben keine Schuhe.
Der Schuster hat Leder und keine Leisten dazu,
drum gehen die Gänse barfuß und haben keine Schuhe.

Die Übersetzungen ins Hochdeutsche stehen nicht in der Chronik — sie sind hier ergänzt. Was in eckigen Klammern steht, ist unsicher.

Aufgeschrieben in der Chronik Wuhden 1252–2002 nach Hertha Krakau, Martin Tietz und Siegbert Lindow.